und Grundlage eines aufgeklärten Weltbilds:

"Der Mangel an Tatsachen oder sogar das absichtliche Verbergen der Wahrheit wird zu einem Haupthindernis im Kampf des Denkens. Das ist eine ganz essentielle Sache, auch wenn es sich naiv anhört.

Die Art und Weise, wie man versucht, die Wahrheit in Erfahrung zu bringen, markiert einen fundamentalen Unterschied zwischen den Gesellschaften. Ganz im Anfang des Kommunismus versuchte man die absolute Wahrheit aus dem gesellschaftlichen Kampf heraus zu erlangen. Was dann in der Wirklichkeit des Kampfs passierte, war, dass man den normalen Bürgern nicht zutraute, dass sie die Wahrheit tragen könnten. Die Wahrheit ist zu gefährlich, als dass sie das Volk kennen dürfte.

Das ist ein wirklich altes Denken, weil es sich nur darum dreht, wie man die Macht behalten kann. Ich frage mich oft, warum können wir nicht eine Gesellschaft mit besseren Medien ohne Zensur haben? Was wollen wir eigentlich verbergen? Was ist an der Wahrheit so gefährlich? Natürlich, wenn die meisten Menschen nur begrenzte Information haben, ist es einfacher, sie zu manipulieren. Information ist Macht. ..."

Ai Weiwei, chinesischer Konzeptkünstler im Rahmen eines Interviews (Mark Siemons für die FASZ v. 30.03.2008 Nr. 13, S. 25), in dem er die Oberflächlichkeit der Berichterstattung und Aufklärung der Hintergründe zum Tibetkonflikt beklagt.

Mehr über Ai Weiwei und seinen differenzierten Blick auf sein Heimatland China findet sich z.B. hier (Die Zeit) oder hier (Cicero - ausführliches Interview (7 Seiten)).



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