Winfried Hassemer regt an, anlässlich des (inzwischen fast reflexhaften) Rufs nach dem Strafgesetzgeber sich immer wieder über das Verhältnis von Moral zum Strafrecht Gedanken zu machen (im Interview mit Charlotte Theile für die Süddeutsche Zeitung).

Angesichts des Anknüpfungspunkts "Zoophilie" hat er dabei allerdings einen schweren Stand. Vor allem, weil es schwer fällt, bei der entscheidenden Frage zu differenzieren, was aber wiederum in der Natur der Sache selbst liegt:
Die Frage einer angemessenen gesellschaftlichen Reaktion stellt sich immer an der Grenze moralisch verwerflichen zu strafrechtlich verurteilenswerten Verhaltens. Letztlich dürfte die Problematik tatsächlich (wie von Hassemer auch ausgeführt) auf die einer Positionierung zwischen Liberalismus auf der einen und Konservatismus auf der anderen hinauslaufen.